Kommentar: „Was Big Data erst zum Riesen macht“

23.11.2020, Autor: Thomas Kuckelkorn

Heutzutage sind enorme Datenmengen verfügbar. Doch den Menschen ersetzen sie nicht. Im Gegenteil! Ein Plädoyer für die Symbiose von Technologie und Kreativität, Vernunft und Emotion.

Big Data, Smart Data, Data Analytics – der Mensch steht einer unfassbaren Datenmenge gegenüber. Das Volumen der jährlich generierten digitalen Informationen lag bereits 2018 bei unglaublichen 33 Zettabyte. Für die Nicht-Informatiker: Ein Zettabyte ist ein Byte mit 21 Nullen! Wo bleibt der Mensch angesichts dieser „digitalen Übermacht“?

Es scheint, dass wir uns kaum daran erinnern können, wie die Welt einmal ohne digitale Daten aussah. Irgendwo in der Vergangenheit haben wir in Bezug auf „menschliche Datenverarbeitung“ das Heft des Handelns aus der Hand gegeben. Das ist logisch, denn unsere Gehirnkapazität ist zu begrenzt, um alles zu analysieren und zu verarbeiten. Durch das Aufzeichnen, Interpretieren und Verwenden von Daten bilden wir Beziehungen und vergleichen Situationen miteinander, bevor wir eine Entscheidung treffen. Das kann Technologie – vor allem bei großen Datenmengen – eindeutig sehr viel besser als das menschliche Gehirn.

Mensch und Technologie verknüpfen

Machen Entwicklungen wie Big Data also unser Gehirn überflüssig? Keineswegs! Denn der Mensch kann nicht durch intelligente Algorithmen ersetzt werden. Langfristiger Erfolg im Business ist nur dann möglich, wenn man Mensch und Technologie miteinander verbindet. Es gewinnt nicht derjenige mit den meisten Daten das Rennen um die Poleposition am Markt, sondern derjenige, der am meisten aus selbigen herausholt.

Circa 80 Prozent der weltweiten Daten ist unstrukturiert. Das, was wir konkret an Daten „sehen“ – nämlich in einer strukturierten Form – ist nur die Spitze eines gewaltigen Eisbergs. Unstrukturierte Daten gibt es nämlich nicht in Datenbanken, sondern vor allem in sozialen Medien, Aktivitäts- und Geodaten, in E-Mails, Dokumenten, Videos und vielen anderen Quellen.

Um all diese Daten in einen sinnvollen Kontext zu setzen, kommt dem Menschen eine entscheidende Bedeutung zu. Digitale Trends wie Big Data sollten ihm den Raum geben, seine unterschiedlichen Fähigkeiten einzusetzen. Die Kombination aus Kreativität, Emotionen und Intuition ist es, die den Menschen so einzigartig macht. Mit ihrer Hilfe bietet uns Big Data die Möglichkeit für tiefere Einblicke, wie die aktuelle Situation zeigt: Seit Beginn der Ausbreitung des Coronavirus bündeln Ärzte, Datenwissenschaftler und andere Experten ihr Wissen, um mithilfe künstlicher Intelligenz und Big Data Antworten auf wichtige Fragen zum Virus zu finden und Vorhersagen über den Krankheitsverlauf bei Patienten zu treffen.

Bitte Verantwortung übernehmen!

Um die menschliche mit der technologischen Welt zusammenzuführen, ist Verantwortung gefragt. Zum einen die persönliche Verantwortung jedes Mitarbeiters, sich nicht blind auf Daten zu verlassen, diese kritisch zu hinterfragen und sinnvoll einzusetzen. Zum anderen müssen Arbeitgeber ihren „Information Professionals“ die richtigen Tools zur Verfügung stellen, mit denen eine enorme Datenmenge tatsächlich in nutzbare Informationen und Kenntnisse umgewandelt werden kann. Denn nur, wenn Daten in einen spezifischen Kontext eingebettet werden, kann ihnen auch eine konkrete Bedeutung zugewiesen werden. Vor allem aber müssen diese Tools Mitarbeiter in die Lage versetzen, sich stärker auf ihre einzigartigen menschlichen Qualitäten konzentrieren zu können.

Big Data ist nutzlos ohne den Menschen. Wir brauchen also einen Mittelweg zwischen Vernunft und Emotion, eine Kombination aus Logik und Kreativität, eine Brücke zwischen der digitalen und der menschlichen Welt. Erst dann kann Big Data seine wahre Größe entfalten.


Autor: Thomas Kuckelkorn, Manager PR & Kommunikation der BCT Deutschland GmbH


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