Trends für Business Intelligence und Datenmanagement 2018<br>

Trends für Business Intelligence und Datenmanagement 2018

BI macht keinen Sinn ohne vertrauenswürdige Daten, lautet die Botschaft der befragten Anwender aus dem BARC Trend Monitor 2018.             

22.11.2017, Autor: Timm Grosser

Trends haben enormen Einfluss auf die Art und Weise wie Anwender und damit Unternehmen arbeiten, interagieren, kommunizieren, kollaborieren und sich selbst wettbewerbsfähig und nachhaltig aufstellen. Der BARC Trend Monitor 2018 untersucht eben diese Trends für BI und Datenmanagement aus der Anwendersicht. Die Antworten von 2.770 Umfrage-teilnehmern zeigen ein umfassendes Bild regionaler, branchenspezifischer und unternehmerischer Unterschiede und liefern einen aktuellen Blick auf den BI-Markt. Dieser Artikel beschreibt lediglich ausgewählte Auffälligkeiten aus einer Gesamtliste an untersuchten Trends (vgl. Abbildung 1).

Erkenntnis aus dem BARC Trend Monitor 2018: Datenmanagement und BI bilden gemeinsam das Fundament für Nutzen aus Daten

Als Marktanalyst berichten und prognostizieren wir Trends, die Organisationen und Anwender beeinflussen. Wir haben Anwender, Berater sowie Softwareanbieter zu 20 Trends befragt und erhielten eine starke und einfache Nachricht, die wir aus unserer Projekterfahrung heraus bestätigen können:
„BI braucht eine verlässliche Datenbasis! Die beste Analytik nutzt niemandem, wenn sie nicht auf qualitativen und nutzbaren Daten basiert.“

Das Umfrageergebnis zeigt dies deutlich und platziert Datenqualität und Stammdatenmanagement als wichtigsten Trend. Auch die stark Self-Service-orientierten Top-Trends „Data Discovery/Visualization“
und „Self-Service BI“ setzen Daten voraus, die auch tatsächlich genutzt werden können. So scheint es, dass die zunehmende autarke und agile Arbeit mit Daten in den Fachbereichen nun auch lang bekannte Herausforderungen im Datenmanagement für BI aufdeckt. Nun aber mit dem Unterschied, dass ein fachlicher Bedarf dem Thema mehr Bedeutung und Antriebskraft verleiht.

Autor Timm Grosser, Senior Analyst, BARC

Abbildung 1: Aktuelle Trends in der BI-Branche auf Basis einer Befragung von rund 2.800 BI-Anwendern, Beratern und Herstellern (Quelle: BARC BI Trend Monitor 2018, n= 2770)

Nicht nur der Bedarf an verlässlichen Daten wächst, sondern auch die Notwendigkeit, Daten in einer zunehmend fragmentierten System- und Datenlandschaft zu beherrschen. Verlässliche Unternehmensdaten zu realisieren, ist nur noch mittels eines – vor allem organisatorischen – Ordnungsrahmens möglich, der Orientierung durch klare Strukturen und Verantwortung für den Umgang mit Daten schafft. Einen ersten Mehrwert liefert häufig bereits die Einführung von Datenverantwortlichen wie Data Ownern oder Data Stewards. Die Bedeutung einer Data Governance scheint erkannt. So gewichten die Teilnehmer der Umfrage das Thema im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz höher mit Platz 4.

Wir hoffen, dass die wertvolle Erkenntnis, eine verlässliche Datenbasis aufbauen und pflegen zu müssen, nicht zu hoch bejubelten Initiativen führen, die – wie so oft in der Vergangenheit – schnell an Glanz und Priorität verlieren. Business Intelligence, Analytics und Wertschöpfung aus Daten werden nicht ohne ein smartes Datenmanagement funktionieren. Wer Daten beherrschen und nutzen möchte, muss auch die entsprechende Aufmerksamkeit, Ressourcen und Budgets dafür bereitstellen und nachhaltig investieren.

Dies ist umso wichtiger, um zielorientiert und effizient mit Daten umgehen zu können, besonders im Hinblick auf schnelleres und agileres Arbeiten mit Daten. Denn dies ist genau der Bedarf, der zu mehr Kompetenz und Autarkie für Analytik in den Fachbereichen führt oder aber nach neuen Formen der Zusammenarbeit zwischen Fachbereich und IT verlangt. Dies spiegelt sich deutlich darin wider, dass in der Trendbetrachtung die Aspekte „Datenintegration für die Fachbereiche“ und „Kollaboration“ um 4 oder mehr Plätze gestiegen sind. Der tatsächliche Nutzen dieser Themen wurde in einer weiteren BARC-Studie „Data Preparation im Fachbereich“ deutlich (erschienen 2017 in einer globalen und in einer DACH-Version).

So setzen heute bereits sieben von zehn Unternehmen auf Datenintegration in Fachbereichen und berichten von einem Nutzen, der die Erwartungen in den meisten Punkten übertrifft. Und noch eines wird deutlich: Größerer Nutzen resultiert vor allem aus dem Miteinander von Fachbereich, IT und Data Scientists!

Empfehlungen

BI und Datenmanagement sind nicht erst seit gestern wichtige Begriffe in der Geschäftswelt. Und mit der Digitalisierung sind die Nutzung und die Beherrschbarkeit von Daten zur Chefsache geworden. Daten und BI bilden den Kern für die Optimierung von Geschäftsprozessen oder Innovationen durch den Aufbau neuer Geschäftsmodelle. Basierend auf unseren Studienergebnissen haben wir sechs Empfehlungen, auf die Trends zu reagieren:

  1. Best-in-Class-Unternehmen der Studie bestätigen den substanziellen Mehrwert durch das Erkennen von Trends – wagen Sie sich an die aufkommenden Trendthemen!

  2. Fehlendes Know-how ist einer der größten Hürden in der Digitalisierung. Suchen Sie aktiv nach diesem Know-how auf dem Arbeitsmarkt oder vorerst durch externe Unterstützung, und bilden Sie Ihre Mitarbeiter im Umgang mit Daten und Analytik aus!

  3. Daten sind die Basis – kümmern Sie sich um die Datenqualität, und stellen Sie einen einfachen Zugriff auf benötigte Daten sicher unter Berücksichtigung von Datenschutz und sicherheit!

  4. Verstehen Sie die unterschiedlichen Anforderungen an die Datenanalyse in den Bereichen klassischer Analyse, explorativer Analyse und Real-Time Analytics!

  5. Validieren Sie die bestehende Informationsarchitektur gegen aktuelle und zukünftige Herausforderungen!

  6. Achten Sie auf die Self-Service-Herausforderungen, und finden Sie die richtige Balance zwischen zentraler Kontrolle und dezentraler Flexibilität im Umgang mit Daten und Analytics!


Abbildung 2: Die BI Trends des Vorjahres 2017 (Quelle: BI Trend Monitor 2017, n= 2772)

Timm Grosser ist Head of Consulting und Senior Analyst am Business Application Research Center (BARC) mit den Schwerpunkten auf BI, Datenmanagement und Big Data. Seine Kernkompetenzen sind entscheidungsunterstützende Informationssysteme mit einem besonderen Fokus auf strategische Themen im Datenmanagement und Big Data. Er unterstützt Unternehmen in der Definition und Umsetzung ihrer BI- und Big-Data-Strategie, -Organisation, -Architektur und -Werkzeugauswahl Er ist ein gefragter Redner auf Konferenzen und Seminaren sowie Autor zahlreicher BARC-Marktstudien und Fachartikel.

Das Business Application Research Center (BARC) ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut für Unternehmenssoftware mit Fokus auf die Bereiche Business Intelligence/Analytics, Datenmanagement, Enterprise Content Management (ECM), Customer Relationship Management (CRM) und Enterprise Ressource Planning (ERP).

BARC-Analysten unterstützen seit 20 Jahren Unternehmen bei Strategie, Organisation, Architektur und Evaluationsfragen in diesen Themengebieten. Dabei vereinen die BARC-Analysten Markt-, Produkt- und Einführungswissen. Know-how-Basis sind die seit Jahren ständig durchgeführten Marktanalysen und Produktvergleichsstudien, die ein umfassendes Detailwissen über den Leistungsumfang aller marktrelevanten Softwareanbieter, neueste Entwicklungen und Best Practices sicherstellen.

BARC formt mit den Analystenhäusern CXP und PAC die führende europäische Analystengruppe für Unternehmenssoftware und IT Services mit Präsenzen in acht Ländern.

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